Urs Zürcher
Schriftsteller
ÜberWintern
Vor dem Hintergrund einer Welt der Krisen und Verwerfungen schildert der Roman die Geschichte zweier junger Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Auf der einen Seite der wilde, herrische, rebellische Jonas, zum anderen der angepasste, karrierebewusste, smarte Benjamin. Sie prügeln sich auf dem Schulhof, stellen fest, dass sie am selben Tag geboren wurden, verlieren sich aus den Augen, nicht aus dem Sinn. Auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden in einer Welt, die ihnen zunehmend verloren geht.
Je zorniger sie werden, desto unbedeutender und verlogener wird ihnen die vertraute Umgebung. Der als zynisch und geschwätzig erscheinenden Welt, ob in Eisenach oder Basel, haben sie nichts als ihre entgrenzte Männlichkeit entgegenzusetzen und landen schließlich als Söldner in der Ostukraine. Der Krieg erscheint ihnen als Mittel, den Schalter auf null zu stellen: Zwischen Anfang und Ende.
Spannend, heftig, aufwühlend. Ein Wurf.
Manfred Papst, NZZ am Sonntag
Atemberaubend – für einmal trifft das tatsächlich zu. (...) Da wagt sich also einer an ganz grosse Themen.
Hansruedi Kugler, Aargauer Zeitung
Nachdem ich das erste Kapitel gelesen habe, musste ich erst einmal durchatmen: Das ist heftig. Das ist krass. Das ist bewegend.
Markus Brügge, WDR
Ob nun das Ende im Krieg unvermeidbare Konklusion ist, sei dahingestellt. Doch lässt man dies beiseite, wird der Blick frei auf die epische Dimension von Zürchers Roman. Wirklich kunstvoll sind die Nebenstränge, hochkomplex gezeichnet die Nebenfiguren, bis ins letzte Detail sitzt hier, was zu sitzen hat. Und schaut man hinter das übermässig testosteron- getriebene Auftreten und Handeln der beiden Hauptfiguren, das bis hin zur Kriegsverherrlichung führt, eröffnet sich vielleicht eine ganz neue Sichtweise auf die beiden Figuren, aber auch auf das Konstrukt ihrer «Männlichkeit»: Denn statt zu zerstören, erschaffen Jonas und Benjamin im Krieg etwas Neues: ein gemeinsames Leben.
Alicia Romero, Literarischer Monat
Mit ungemein starken Bildern zieht uns Urs Zürcher in einen Roman, der erforschen will, was zwei junge Männer aus unterschiedlichen Milieus der «Mitte der Gesellschaft» in die äußerste Radikalität treibt. (…)Die Protagonisten seiner vielstimmigen Milieu-Tiefenbohrung sind, bis in die Nebenfiguren, alles andere als Pappkameraden. Geschickt verwebt Zürcher immer wieder medial vermittelte Zeitgeschichte mit dem Alltag seiner Figuren.
FAZ
Auf die Frage, woher der Zorn kommt, liefert «überwintern», Urs Zürchers Roman über zwei junge Schweizer, die sich radikalisieren und schliesslich als Söldner in die Ukraine fahren, keine befriedigenden Antworten. Aber er findet für diesen absolut gegenwärtigen Zorn, der in einem Moment noch nicht da ist, in einem nächsten bereits allumfassend zu sein scheint, eine Sprache, der man noch nicht begegnet ist.
WoZ
Urs Zürchers Prosa hat Rhythmus, Prägnanz, Härte. Von der ersten Seite an.
Büchermarkt, Deutschlandfunk
«Roman des Jahres»
NZZ am Sonntag
